Gern lasse ich Melike Ocak über ihren Kater Chip selbst etwas erzählen:

„Am 21.07.2013 bekam ich von einer Tierschützerin eine Nachricht das 2 Kätzchen in der Mülltonne gefunden wurden. Das waren mein Kater Chip und sein Bruder Johnny. Sie waren wenige Tage alt, die Tierschützerin wusste nicht mal, ob sie die zwei durch bekommen würde. Da ich mit Katzenaufzucht keine Erfahrung hatte und Rita noch andere Tiere bei sich zum Aufziehen hatte, kam Chip in eine andere Pflegestelle. Leider in falsche Hände.

Dort ging das Grauen leider für ihn weiter. Aus nicht erklärlichen Gründen wurde er von seinem Bruder getrennt, von den anderen Katzen in seiner neuen Pflegestelle abgestoßen und allein in einem kleinen Hasenkäfig gehalten. Als das bei einer Nachkontrolle aufflog, brachte man ihn total verwurmt und mit einer Menge Flöhen zu mir.

Ich werde den 1. Tag/Abend mit ihm nie vergessen. Ich setzte Ihn in die Küche an den Futternapf und legte mich auf die Couch und beobachtete ihn, wie er in meine Richtung tapste und mühselig die Couch hoch zu mir klettern wollte. Das war das 1. Mal, dass er bei mir schlief und ich wusste von diesem Moment an, dass ich ihn nie mehr weg geben würde. Das sind nun bald 3 Jahre her, es hat sich nichts daran geändert, außer dass wir nun zusammen bei meinen Eltern wohnen und er um einiges mehr wiegt.

Nun hatte ich auf einmal einen kleinen Kater.

Da ich bis zu dem Zeitpunkt nicht wirklich viel Ahnung von Katzen hatte, begann ich mein Hundewissen an ihm auszutesten. Wir clickerten und innerhalb kürzester Zeit eignete er sich seine ersten Tricks an, „Sitz!“, „Platz!“, „Hier!“, „Nein!“, „Pfote!“, „High Five!“, „Bitte-Bitte!“. Bis heute nutzt er die Tricks, um mit mir zu kommunizieren.

Eines Tages postete ich ein Trick-Video von ihm in einer Katzengruppe. Die Damen waren begeistert und brachten mich auf die Idee, seine Videos mal an eine Agentur zu senden. Eine Woche darauf stand ich plötzlich mit meinem Kater, der mit mir wirklich überall hin ging, in der Hundeschule zwischen 10 Hunden. Chip war in 2 Agenturen vertreten. Es war aber nie meine Absicht, Geld mit ihm zu verdienen. Wir haben auch alles, was er „verdient“ hat, meist in Form von Futter gespendet.

Aktuell studiere ich an der Hochschule in Mannheim und mein Kater darf ein ganz normales Katzenleben führen. Manchmal glaube ich, dass er unsere gemeinsamen Bahnfahrten vermisst. Dann geht er in seine Reisebox und schaut mit erwartungsvoll an. Mit unserem Familienhund Rocky (Husky) kommt er super klar. So langsam klappt es auch mit der Nachbarskatze.

Jeder behauptet und glaubt daran, ein ganz besonderes Tier bei sich zuhause zu haben. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass jedes Tier auf seine eigene Weise einzigartig und besonders ist. In meinem Fall bin ich ebenfalls fest davon überzeugt, dass es so ist. Chip ist ein besonderer Kater.

Wenige Hauskater können von sich „erzählen“, dass…

… ihr Leben in einer Mülltonne und im Käfig begann.

… sie Städte wie Köln, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Mannheim, Münster ect. besucht haben.

… sie in der Bahn auf einer 6-stündigen Reise, auf den Sitzen schlafen durften.

… sie eine Hundeschule besucht haben.

… sie Kurztrips an Seen mit ihren „Dosi“ gemacht haben.

… sie im Filmtiertraining in der Hundeschule waren.

… sie eine Vorlesung an der Fachhochschule Münster Fachbereich Physikalische Technik besucht haben.“

 

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